William H. Tunner

  • William H. Tunner

    William H. Tunner

    Organisator der Berliner Luftbrücke
  • William H. Tunner

    William H. Tunner

    Organisator der Berliner Luftbrücke
  • William H. Tunner

    William H. Tunner

    Organisator der Berliner Luftbrücke

William H. Tunner: Organisator der Berliner Luftbrücke

Der US-amerikanische Major General William H. Tunner (*1906 †1983) wurde aufgrund seiner außergewöhnlichen organisatorischen Leistung für die Versorgung der Berliner Bevölkerung während der Berlin-Blockade 1948 (Luftbrücke), der Begründung eines modernen Lufttransportwesens sowie der erstmaligen Etablierung des Verkehrsmittels Flugzeug als ernstzunehmendes Transportmittel in der Logistikkette im Jahr 2006 postum in die Logistics Hall of Fame aufgenommen.

Bereich Militär
Geboren 4. Juli 1906, Elisabeth, New Jersey, USA
Verstorben 6. April 1983, Gloucester, Virginia, USA
Aufnahme in die Logistics Hall of Fame 2004

 

  • Vita

    1906 geboren am 14. Juli in Elisabeth, New Jersey (USA)

    1928 Abschluss der Militärakademie und ein Jahr später Abschluss bei der Advanced Flying School in Kelly Field, Texas

    1942 bis 1945 Während des Zweiten Weltkrieges befehligt Tunner die Division Indien-China des Lufttransportkommandos, die Soldaten und Nachschub von Indien über den Himalaya nach China organisierte. Bei diesem Unternehmen werden erstmals große Mengen und Lasten durch die Luft transportiert

    1948 Übernahme der Organisation der Berliner Luftbrücke zur Versorgung der Berliner Bevölkerung. Von Juni 1948 bis Oktober 1949 werden etwa 2,1 Millionen Berliner mit rund zwei Millionen Tonnen Lebensmitteln, Industriegütern und Kohle in rund 280.000 Flügen über den Luftweg versorgt

    1950 Befehl über die Luftbrücke zur Unterstützung der US-Streitkräfte im Korea-Krieg

    1953 Chef der amerikanischen Luftstreitkräfte in Europa. Außerdem verantwortetTunner den Aufbau der Luftwaffe der Nato in Europa

    1958 Übernahme des Kommandos des Joint Military Air Transport Service in den USA

    1960 Ausscheiden aus dem Militärdienst im Range eines Generalleutnants

    1983 stirbt Tunner am 6. April in Gloucester, Virginia (USA)

    2006 Aufnahme in die Logistics Hall of Fame

     

     

  • Portrait

    Er gehört zu den wenigen Logistikern, nach dem Straßen benannt sind. Er hat durch seine Leistungen die Geschichte beeinflusst und Grundlagen für noch heute geltende Methoden in der modernen Luftfahrt gelegt. Der US-amerikanische Major General William H. Tunner ist der Organisator der Berliner Luftbrücke, die 1948/49 über zwei Millionen Berliner mit Lebensmitteln versorgt.

    In der Nacht vom 23. auf den 24. Juni 1948 kappen sowjetische Besatzungstruppen die Versorgung West-Berlins mit Strom. Am Morgen des 24. Juni folgt die Blockade aller Landverkehrsträger. Die deutsche Hauptstadt und zwei Millionen Berliner sind isoliert. Den Westteil Berlins den Russen zu überlassen, kommt nicht in Frage, und so wird am 25. Juni die Errichtung der Luftbrücke befohlen. Einen Tag später fliegt die erste Maschine der US-Luftwaffe zum Flughafen Tempelhof und startet damit die Operation „Vittles“. Die Operation „Plain Fare“ der britischen Luftwaffe folgt zwei Tage später. Am Anfang schaffen es die Westmächte, 750 Tonnen Fracht pro Tag nach Berlin zu schicken.

    Die Versorgung von Menschen per Flugzeug ist für Tunner nichts Neues, er ist der Luftbrücken-Profi der Amerikaner. Schon 1942 organisiert der Luftwaffenoffizier die Hump-Luftbrücke, die Truppen des chinesischen Freiheitskämpfers Chiang Kai-sheks versorgte. Wenige Tage nach Beginn der Berliner Luftbrücke werden er und ein Teil seiner Hump-Männer nach Wiesbaden befohlen. Ziel Tunners ist es, den Verkehr in den drei Luftkorridoren so durchzuführen, dass möglichst viele Flugzeugen sicher passieren können. Erstmals im Luftverkehr stellt er genaue Berechnungen der Flugzeiten für jeden Flug an und legt eine Startzeit mit einer Toleranz von maximal einer Minute fest. Er gibt präzise Geschwindigkeiten, Höhen, Steigungsraten und Flugrichtungen vor und die Piloten müssen nach einem missglückten Landeanflug mit der kompletten Ladung sofort zur Ausgangsbasis zurückzukehren. Kein Flugzeug soll eine Warteschleifen drehen, um Staus in der Luft zu vermeiden. So schafft er es, dass alle drei Minuten eine Maschine startet. 

    Dank der Neuorganisation durch William H. Tunner ist man Ende Juli 1948 schon bei über 2000 Tonnen pro Tag. Am 16. April 1949 wird mit 1398 Flügen die Rekordmenge von 11.740 Tonnen Fracht erreicht. Neben Baustoffen transportieren die Piloten hauptsächlich Weizen, Kohle, Benzin und Medikamente. Die Berliner Luftbrücke wird weltweit zum Symbol für Freiheit und zur historisch-emotionalen Niederlage für die Sowjets. Am 12. Mai 1949 beenden die Russen nach fast einjähriger Dauer die Blockade.  

  • Verdienste

    • Die Berliner Luftbrücke 1948/49 war ein Meilenstein in der Geschichte der modernen Luftfahrt. Eine ganze Reihe von Methoden wurde zum Teil noch während der Luftbrücke von der zivilen Luftfahrt übernommen. Großen Anteil an der Organisation von täglich rund 400 Transportflugzeugen hatte der amerikanische Major General William H. Tunner, der schon die so genannte Hump-Luftbrücke von Indien nach China von 1942 bis 1945 erfolgreich organisiert hatte.
    • Im Jahr 1948 war es die Aufgabe von Tunner, den Verkehr in den Luftstraßen nach Berlin so zu planen und durchzuführen, dass eine möglichst große Zahl von Flugzeugen bei einem möglichst hohen Grad an Sicherheit die Korridore passieren konnte. Um das zu erreichen, wurde die Startzeit mit einer Toleranz von maximal einer Minute festgelegt. Außerdem wurden präzise Geschwindigkeit, Höhe, Steigungsrate und Flugrichtung vorgegeben und das exakte Passieren von Kontrollpunkten verfolgt. Erstmals im Luftverkehr wurden genaue Berechnungen der Flugzeiten für jeden Flug angestellt. Auch heute ist es nur deshalb möglich, den dichten Luftverkehr mit kurzen Zeitabständen aufrecht zu erhalten, weil in allen Phasen die Geschwindigkeit einer Maschine präzise vorgegeben und auch längere Flüge bis auf die Minute berechenbar sind.
    • Ebenso Wegweisend war die von Tunner eingeführte Organisation der Flugzeugwartung, die später von zivilen Fluggesellschaften übernommen wurde. Früher überprüfte und reparierte ein festes Team jede Maschine, wobei jeder Mechaniker praktisch fast alles können musste. Nun durchlief das Flugzeug – wie an einem Fließband – mehrere Stationen von Technikern, die auf Elektrik, Triebwerke oder anderes spezialisiert waren. Dadurch dauerte die Wartung wesentlich kürzer und wurde sogar qualitativ besser. Voraussetzung für dieses Verfahren war, dass nicht nur der Zustand des Flugzeugs insgesamt statistisch erfasst wurde, sondern auch die Einzelteile wie etwa Betriebsstunden des Triebwerkes. Auf Basis der Statistik konnte der Zeitpunkt der nächsten Wartungen Wochen im Voraus zuverlässig geplant werden.

Fotos: U.S.Army, 360-berlin.de

Unterstützerkreis

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