Gottfried Schenker

  • Gottfried Schenker

    Gottfried Schenker

    Erfinder des Bahnsammelverkehrs.
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    Gottfried Schenker

    Erfinder des Bahnsammelverkehrs. Adria Palast
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    Gottfried Schenker

    Erfinder des Bahnsammelverkehrs.
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    Erfinder des Bahnsammelverkehrs.
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    Erfinder des Bahnsammelverkehrs.
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    Erfinder des Bahnsammelverkehrs.
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    Erfinder des Bahnsammelverkehrs.
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    Gottfried Schenker

    Erfinder des Bahnsammelverkehrs. Grabstätte am Heiligenstaedter Friedhof.
  • Gottfried Schenker

    Gottfried Schenker

    Erfinder des Bahnsammelverkehrs. Schenker-Büste am Heiligenstädter Friedhof.

Gottfried Schenker: Erfinder des Bahnsammelverkehrs

Schenker gilt als „Erfinder des Bahnsammelverkehrs“. Er hatte erstmals die Idee, Kleinsendungen zu einer größeren Transporteinheit zu bündeln und mithilfe mehrerer Verkehrsträger über weite Strecken kostengünstig und schnell zu befördern. Mit dieser Innovation legte er den Grundstein für den internationalen Bahn-Sammelgutverkehr und damit für eines der erfolgreichsten und bedeutendsten Logistikdienstleistungsunternehmen, die Spedition Schenker. Für dierse Pionierleistung wurde Gottfried Schenker 2010 postum in die Logistics Hall of Fame aufgenommen.

Bereich Logistikdienstleistung, Transportlogistik
Geboren 14. Februar 1842, Däniken bei Olten, Schweiz
Gestorben 26. November 1901, Wien, Österreich
Aufnahme in die Logistics Hall of Fame 1. Dezember 2010, Wiener Museum für angewandte Kunst (MAK), Österreich

 

  • Vita

    1842 geboren am 14. Februar in Däniken bei Olten in der Schweiz

    1861 Jurastudium in Heidelberg

    1865 Beamter bei der Schweizerischen Centralbahn

    1866 Wechsel zu F. Braff & Eckert, der Agentur der französischen Ostbahn

    1867 Leiter der Braff & Eckert-Filiale Wien

    1868 Leiter der Wien-Agentur der Hamburger Spedition Elkan & Co.

    1869 kurzzeitig selbstständig

    1871 Fachmann für Tarifwesen bei der Spedition Rappaport & Kann

    1872 Gründung der Spedition Schenker & Co. in Wien, zusammen mit Moritz Karpeles (1834 – 1903) und Moritz Hirsch (1839 – 1906), den Inhabern der Spedition Karpeles & Hirsch. Karpeles & Hirsch wurde später mit Schenker verschmolzen

    1873 Einrichtung der ersten Bahnsammelgutverkehre auf der Linie Wien-Paris

    ab 1874 Gründung der Niederlassungen Budapest, Triest, Prag, Belgrad, Sofia, Saloniki und Konstantinopel

    1880 Beteiligung an der Adria Dampfschifffahrts-Gesellschaft

    1895 Gründung der Austro-Americana Shipping Company

    1901 Gottfried Schenker stirbt am 26. November in Wien und ist auf dem Heiligenstädter Friedhof in Wien beigesetzt

    Nachfolger wird sein Adoptivsohn Dr. August Schenker-Angerer. Schenker hat 32 Niederlassungen in 13 europäischen Ländern und 1000 Mitarbeiter

    2010 Aufnahme in die Logistics Hall of Fame

  • Portrait

    „Fort mit der Juristerei, mit Politisieren und Zeitungschreiben, fort auf Dein eigenes Pferd“ (...) „ich will Selbstständiges schaffen“, schreibt Gottfried Schenker 1868 an seinen Speditionsfreund Charles Fischer. Er lässt sich in Wien nieder, wo er zusammen mit Moritz Karpeles aus Tab/Ungarn und Moritz Hirsch aus Prossnitz/Mähren die Firma „Schenker & Co.“ gründet. Das Gründungskapital beträgt 50.000 Gulden und obwohl auf Schenker selbst nur 10.000 Gulden entfallen, bekommt er 50 Prozent des Gewinns. 

    Der erste Standort ist die Bürogemeinschaft in Wien 1, Wildpretmarkt 8, wo eine der bedeutendsten Ideen in der Logistik ihren Ursprung hat: Einzelsendungen zu Transporteinheiten zu bündeln und mithilfe mehrerer Verkehrsträger über weite Strecken zu befördern. Schenkers Vorhaben, einen Bahnsammelverkehr auf der Linie Paris – Wien zu etablieren, erfordert mehrwöchige Reisen in die Vergnügungsmetropole Paris und Schenker logiert schon mal drei Wochen lang im Grand Hotel. Mit seinen Reisen versetzt der Netzwerker seine bescheidenen Partner in Angst und Schrecken, und zwischenzeitlich droht sogar das Ende der Allianz. Doch als der erste Sammelwaggon 1873 auf der Linie Paris – Wien abgefertigt und zum vollen Erfolg wird, ist alles vergessen. Geladen sind unter anderem Champagner, Cognac, Bordeaux-Weine, Modewaren und andere Luxusartikel für die Wiener Gesellschaft in der k.u.k. Monarchie. Es ist die Geburtsstunde des internationalen Bahnsammelverkehrs. Während die Hauptläufe vorwiegend auf der Schiene stattfinden, werden die entsprechenden Hausabholungen und -zustellungen mit Pferdefuhrwerken durchgeführt. „Von Haus zu Haus in einer Hand“ boomt und entsprechend schnell wächst das Niederlassungsnetz. Die erste wird 1874 in Budapest gegründet und noch zu Lebzeiten Schenkers sind es 32 Niederlassungen in 13 europäischen Ländern und 1000 Mitarbeiter. 

    Zur Weltausstellung in Paris mietet er für seine Reisebürokunden sogar ein ganzes Hotel in der Rue de l´Universite und nennt es Grand-Hotel Schenker. Dorthin führt ihn im September 1900 seine letzte Reise, in die Stadt, in die er auch seine erste Geschäftsreise unternommen hatte. Sein Netzwerk, sein Ideenreichtum und sein Unternehmergeist haben ihn zu einem der erfolgreichsten Wirtschaftspioniere des 19. Jahrhunderts werden lassen. Am 26. November erliegt Gottfried Schenker den Folgen eines Gehirnschlages. Emil Karpeles, Sohn des Mitgründers Moritz Karpeles, notiert in sein Tagebuch als letzte Eintragung des 26.11.1901: „Dear old Schenker †“. Der Name wurde zu einem Begriff auf fünf Kontinenten.  

  • Verdienste

    • Gottfried Schenker stammt aus einer kinderreichen (11 Geschwister) Schlosserfamilie. Er machte an der Kantonsschule im österreichischen Aarau die Matura. 1861 begann er ein Jurastudium in Heidelberg, das er 1865 wegen Konkurs der väterlichen Schlosserei abbrach. Zunächst arbeitete er als Journalist in Heidelberg und später bei verschiedenen Speditionen.
    • Seine bedeutendste unternehmerische Leistung war die Entwicklung des internationalen Sammelverkehrs. Daraus entwickelte sich ein neuartiges, preiswertes und schnelles Transportsystem, das die Stärken von Schiene, Straße und Wasserwegen nutzte.
    • Zu Beginn des Eisenbahnzeitalters sah Schenker große Chancen im Ost-West-Verkehr und kam nach Wien. Dort gründete er 1872 mit zwei Partnern die Spedition Schenker. In Wien richtete er auch erstmals Sammelgutverkehre in verschiedene Städte innerhalb und außerhalb Österreich-Ungarns ein. Während er diese Transporte bereits hauptsächlich auf der Schiene abwickelte, wurden die entsprechenden Hausabholungen und -zustellungen noch mit Pferdefuhrwerken durchgeführt. Er gründete bald Niederlassungen in vielen Städten wie Budapest, Prag, Belgrad oder Istanbul. Massensendungen transportierte er bereits auf der Donau.
    • 1873 war Schenker der erste, der auf der Linie Paris – Wien den Bahnsammelverkehr einführte. geladen waren unter anderem Champagner, Cognac, Bordeaux-Weine, Modewaren und weitere Luxusartikel für die Wiener Gesellschaft. Später wurden unter anderem auch Eisenwaren, Maschinen und Textilien aus England und Deutschland zu Sammelgütern.
    • Mit einer weiteren Neuerung brachte Schenker Licht in den damaligen Tarif-Dschungel des Speditionsgewerbes: Er bot als erster einen fixen Frachttarif für Stückgut aller Art, der sich an der Warenklassifikation und dem Zielort orientierte.
    • Das Netz der Schenker-Niederlassungen wuchs rasch, die erste wurde 1874 in Budapest gegründet. In den folgenden Jahren erschloss Schenker weitere Märkte inner- und außerhalb der österreichisch-ungarischen Monarchie. Noch zu Lebzeiten Gottfried Schenkers folgten 32 weitere Niederlassungen in 13 europäischen Ländern. Ende des 19. Jahrhunderts war Schenker das einzige Unternehmen, das von London bis Istanbul durchgehend kalkulierte Tarife anbot. „Von Haus zu Haus in einer Hand" – dieses Erfolgsrezept machte Schenker zum Marktführer.
    • 1879 gründete Schenker in Fiume die Adria Steamship Company - bald die größte ungarische Reederei im internationalen Seehandel. 16 Jahre später, 1895, gründete er mit den Partnern August Schenker-Angerer und William Burell erneut eine Reederei, die Austro-Americana. Diese hatte jedoch ihren Sitz im österreichischen Teil der Monarchie, in Triest. 1913 wurde eine Niederlassung in New York eröffnet.
    • Aber nicht nur im Transportgewerbe sah Schenker ein Standbein, er beteiligte sich auch an den aufkommenden Telekommunikationsunternehmen, die mit ihren Überseeleitungen Europa mit Amerika verbanden.
    • Heute ist Schenker eine Tochter der Deutsche Bahn AG.

Unterstützerkreis

  • Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur
  • Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung
  • Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik
  • Bundesverband Wirtschaft, Verkehr und Logistik
  • Bundesvereinigung Logistik
  • BUSINESS+LOGISTIC
  • CHEP
  • Deutscher Speditions- und Logistikverband
  • Deutsches Verkehrsforum
  • Gebrüder Weiss
  • Hafen Duisburg AG
  • Humbaur
  • International Road Transport Union
  • Internationale Föderation der Spediteur­organisationen
  • Lebensmittel Zeitung
  • LOGISTIK-Kurier
  • LT-manager
  • Panattoni Europe
  • PTV Group
  • STILL
  • trans aktuell
  • TRATON
  • Verband der Automobilindustrie
  • wuermser. communications