George Raymond Sr, Oliver Richter, UIC, EPAL

  • Palettenpioniere  - Mitglieder der Logistics Hall of Fame 2022

    Palettenpioniere - Mitglieder der Logistics Hall of Fame 2022

    Die Palettenpioniere
  • European Pallet Association e.V. (EPAL) - Mitglied der Logistics Hall of Fame 2022

    European Pallet Association e.V. (EPAL) - Mitglied der Logistics Hall of Fame 2022

    Weiterentwicklung des Poolgedankens
  • George Raymond Sr - Mitglied der Logistics Hall of Fame 2022

    George Raymond Sr - Mitglied der Logistics Hall of Fame 2022

    Erfinder der ersten professionellen Transportpalette
  • Oliver Richter - Mitglied der Logistics Hall of Fame 2022

    Oliver Richter - Mitglied der Logistics Hall of Fame 2022

    Vater des CHEP-Systems
  • Union Internationale des Chemins de fer (UIC) - Mitglied der Logistics Hall of Fame 2022

    Union Internationale des Chemins de fer (UIC) - Mitglied der Logistics Hall of Fame 2022

    Die Mutter der Europalette

Die Palettenpioniere

George Raymond Sr, Gründer der US-amerikanischen Raymond Corporation, hat die erste Transportpalette erfunden. Die UIC gilt als Mutter der Europalette und die EPAL hat maßgeblich zur Weiterentwicklung des offenen Palettenpooling-Systems (Tauschpool) beigetragen. Oliver Richter ist ein früher Pionier der Kreislaufwirtschaft und „Vater des CHEP-Systems“, des ersten geschlossenen Poolingsystems (Mietpool) für Ladungsträger. 

Die Palettenpioniere können für sich in Anspruch nehmen, den Grundstein für den Erfolg der Palette gelegt zu haben.

George Raymond Sr (*1890 †1967)

Land USA
Letzte Position CEO der Raymond Corp.
Geboren 1890, USA
Verstorben 1967, USA
Aufnahme in die Logistics Hall of Fame 2022

Oliver Richter (*1920 †2014)

Land Australien
Letzte Position CEO, Chairman und Deputy Chairman Brambles Ltd.
Geboren 23. Oktober 1920 in Sydney, Australien
Verstorben 7. November 2014
Aufnahme in die Logistics Hall of Fame 2022

Union Internationale des Chemins de fer (UIC)

Land Frankreich
Gründung 1922
Aufnahme in die Logistics Hall of Fame 2022

European Pallet Association e.V. (EPAL)

Land Europa
Gründung 1991
Aufnahme in die Logistics Hall of Fame 2022

  

  • Nutzen für die Logistik

    Die Erfindung der Palette ist ein Meilenstein in der Logistik. Sie hat einen Standard für die Logistik geschaffen und gab den Anstoß zu Standardverpackungen, Kistengrößen und lichten Höhen in Lagergebäuden, Lkw-Anhängergrößen oder Gabelstaplerabmessungen. Für Logistiker hat sie eine ähnliche Bedeutung, wie der Container. 

    Die Erfindung der Palette kann nicht einem Menschen oder einer Gruppe zugeordnet werden. Vier Palettenpioniere gelten als maßgeblich für den Erfolg des Ladungsträgers:

    Im Jahr 1939 erhielten George Raymond Senior und sein Mitarbeiter William House im US-Bundesstaat New York das Patente für einen hydraulischen Hubwagen und die dazu gehörige Holzpalette. 

    Nach einem regelrechten Chaos an Palettengrößen in der Nachkriegszeit ging die Initiative zur Europalette von der Union Internationale des Chemins de Fer (UIC) aus, der Vereinigung der europäischen Eisenbahnen. Sie gilt als Mutter der Europalette. 1961 einigten sich die europäischen Eisenbahnen in einem Arbeitskreis auf die Maße und die Produktion der Europalette. 

    Mitte der 1970er Jahre hat die Gütegemeinschaft Paletten, der heutige Dachverband der European Pallet Association e.V. (EPAL), die Verbreitung und Qualitätssicherung der Europalette teilweise übernommen. Die 1991 gegründete EPAL hat den Poolgedanken erfolgreich weiterentwickelt und maßgeblich zur Qualitätssicherung der Europalette beigetragen. 

    Der CHEP-Manager Oliver Richter erkannte ebenfalls Mitte der 1970er Jahre das Potenzial des Palettenmietpools und baute von Australien aus das erste geschlossene Palettenpooling-System der Welt auf.

    Das Ende der Palettengeschichte ist aber noch längst nicht geschrieben. Dass sie auch in Zukunft eine treibende Kraft sein wird, steht außer Frage, aber wie jeder andere Ladungsträger, muss sie sich den Herausforderungen der Zeit stellen. Heute ist die Palette allen voran Teil der digitalen Evolution.

  • George Raymond Sr

    Die erste professionelle Transportpalette: Als George Raymond Senior im Jahr 1922 die Lyon Iron Works, eine Gießerei im US-Bundesstaat New York kaufte, produzierte die 1840 gegründerte Gießerei vor allem landwirtschaftliche Geräte aus Holz und Metall. Mit der Gründung der Raymond Corporation wollte er seinen Kunden etwas Neues bieten. Er und sein Mitarbeiter William House meldeten am 7. November 1939 zwei Patente an – für einen hydraulischen Hubwagen und die dazu gehörige doppelte Holzpalette. Sie war so gestaltet, dass die Gabeln des Hubwagens unter die Palette fahren konnten. Sie gilt als erste professionelle Transportpalette.

    Vorläufer der Palette gab es bereits im Alten Ägypten, wo Gleitkufen als Ladungsträger zum Einsatz kamen oder im Jahr 1917, als die Clark Equipment Company in den USA ihren ersten Gabelstapler baute. Zahlreiche Erfindungen wurden erst in den späten 40er Jahren zum Patent angemeldet, etwa die Vierwegepalette von Robert Braun, die im Jahr 1945 patentiert wurde oder eine Einwegpalette des US-Versorgungsoffiziers Norman Cahners, der 1949 das Patent erhielt.

    Die Raymond Corporation ist heute eine Tochter von Toyota Industries und stellt weiterhin Gabelstapler her. 

     

  • Oliver Richter

    Vater des CHEP-Systems: Wenige Jahre nach der Erfindung der Europalette erschien in Australien ein weiterer Player im Palettengeschäft. Oliver Richter (1920 - 2014) war Handelsmanager für den Bereich Manufacturing und Materials Handling im Logistikunternehmen Brambles. Zu der Zeit war das Unternehmen mit der Marke CHEP (Commonwealth Handling Equipment Pool) überwiegend im Bereich Material Handling in Sydney aktiv. Richter erkannte jedoch schnell das Potenzial eines Paletten-Poolingsystems und baute den geschlossenen CHEP-Mietpool international erfolgreich aus. 

    Im Rahmen des „Sharing and Reusing“-Modells wurden wiederverwendbare Paletten, Kisten und Container für die gemeinsame Nutzung durch mehrere Teilnehmer in der gesamten Lieferkette zur Verfügung gestellt. Dadurch entfiel für die Kunden die Notwendigkeit, ihre eigenen Paletten zu kaufen und zu verwalten, was den Kapitalbedarf und die Komplexität ihrer Abläufe und gleichzeitig den Abfall aus ihren Lieferketten reduzierte. Vor dem Pooling- und Wiederverwendungssystem von CHEP gaben die Unternehmen beträchtliche Summen für den Ersatz von Paletten aus, die nicht zurückgegeben wurden oder von minderer Qualität waren. CHEP wurde zum Vorbild für zahlreiche Poollösungen. 

    Durch Richters Tatkraft und Vision trieb CHEP außerdem die Standardisierung der Palettengröße und die daraus resultierenden Auswirkungen auf die Verpackungsstandardisierung voran. Er ließ ein System zur Palettenkontrolle entwickeln, das den effizienten Warenverkehr verbessert und eine effektivere Wiederverwendung von Paletten sowie eine Reduzierung von Verlusten garantierte. Insgesamt führten diese Initiativen zu spürbaren Produktivitätssteigerungen in der gesamten Lieferkette, da die Waren direkt vom Hersteller oder Erzeuger zum Einzelhändler transportiert wurden. 

    Oliver Richter wurde am 23. Oktober 1920 in Sydney, Australien, geboren. 1935 trat er in den öffentlichen Dienst ein und besuchte die Abendschule in Sydney. Er machte eine Ausbildung zum Buchhalter und arbeitete in verschiedenen Positionen. Während des Zweiten Weltkriegs war er beim australischen Bundesamt für Munition tätig. 1965 begann seine Karriere bei Brambles als kaufmännischer Leiter. 1974 begann er mit der Ausweitung des Palettenpooling-Geschäfts und war später in unterschiedlichen Führungspositionen bei Brambles tätig. 1999 erhielt Richter den australischen Orden für den Dienst an Wirtschaft und Industrie durch die Entwicklung und Erweiterung des Commonwealth Handling and Equipment Pool (CHEP) Materials Handling Systems in ganz Australien und Übersee, sowie für die Gesellschaft. Am 7. November 2014 verstarb Oliver Richter im Alter von 94 Jahren.  

     

  • UIC

    Mutter der Europalette: Nach den Zweiten Weltkrieg verbreitete sich die Palette rasant in Europa. In den 50er Jahren begannen die Eisenbahngesellschaften zunehmend Paletten zu befördern, was angesichts fehlender Standards zu einem grenzüberschreitenden Chaos führte. Organisiert waren die Eisenbahnen in der Union Internationale des Chemins de Fer (UIC). 1961 setzte sie dem Chaos schließlich ein Ende. Es war die Geburtsstunde der Europalette.

    Die UIC erarbeitete im Rahmen eines Arbeitskreises mit wechselnden Akteuren den Vertrag über eine normierte, tauschbare Palette, der in der Folge von den europäischen Eisenbahngesellschaften unterzeichnet wurde. Diese verpflichteten sich fortan zur Einhaltung der Normen (UIC - Norm 435-2 ff.), der Herstellung und zur Reparatur der Europaletten. Zudem wurde die Überwachung und die Gewährleistung eines störungsfreien Tauschs in einem EPP (Europäischer Palettenpool) vereinbart. Der Erfolg der Europalette war durchschlagend: Es gibt heute kaum ein Lager- oder Transportsystem, welches nicht an die Maße der Europalette angepasst ist. 

    Maße 800 mm Länge x 1.200 mm Breite x 144 mm Höhe
    Gewicht ca. 25 kg, Tragfähigkeit: 1.500 kg
    Auflast max. 4.000 kg bei Stapelung auf einem soliden und ebenen Untergrund
    4-seitige Befahrbarkeit und beidseitig gefaste Bodenbretter ermöglichen eine hocheffektive Handhabung bei Produktion, Lagerung und Transport in der gesamten Supply Chain

    Im offene Tauschpool für Europaletten wird eine beladene Palette am Zielort gegen eine baugleiche leere Europalette getauscht. Die Bestimmungen zur Herstellung und Reparatur von Europaletten sind bis hin zur Position der einzelnen Nägel umfangreich.

    Im Jahr 2004 hat die Europalette die DIN EN 13698-1 erhalten. Diese besagt, dass sie eine steife horizontale Plattform von geringer Höhe ist, „die mit Gabelstaplern, Gabelhubwagen oder anderem geeigneten Gerät gehandhabt werden kann und die als Grundlage für die Zusammenfassung von Gütern und Ladungen zum Stapeln, Lagern und Handhaben oder Transportieren dient.“

     

  • EPAL

    Weiterentwicklung des Poolgedankens: Mitte der 1970er Jahre hat die Gütegemeinschaft Paletten, das heutige Nationalkomitee der EPAL, die Verbreitung und Qualitätssicherung der Europalette teilweise übernommen. Die 1991 gegründete European Pallet Association e.V. (EPAL), hat die Verbreitung und Qualitätssicherung der Europalette zusammen mit der UIC vorangetrieben.

    2013 trennten sich die UIC und EPAL. Seitdem sind beide Organisationen Wettbewerber im offenen Europaletten-Tauschpool mit unterschiedlichen Markenzeichen: UIC/EUR auf den Eckklötzen der UIC Europaletten und EPAL/EPAL auf den Klötzen der EPAL Paletten.

    Die EPAL ist mit ihren 14 Nationalkomitees (Mitglieder des Dachverbandes) und drei Repräsentanten in mehr als 30 Ländern weltweit aktiv.

     

 

 

Unterstützerkreis

  • 24/7 GmbH
  • ADAC Truckservice
  • AEB
  • Arbeitsgemeinschaft Logistik-Initiativen Deutschlands
  • Baumann Paletten
  • BLG LOGISTICS
  • Bundesministerium für Digitales und Verkehr
  • Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung
  • Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik
  • Bundesverband Paket und Expresslogistik e. V. (BIEK)
  • Bundesverband Spedition und Logistik e. V. (DSLV)
  • Bundesverband Wirtschaft, Verkehr und Logistik
  • Bundesvereinigung Logistik
  • BUSINESS+LOGISTIC
  • COYOTE LOGISTICS
  • Deutsches Verkehrsforum
  • European Pallet Association e.V. (EPAL)
  • Fehrenkötter Transport und & Logistik
  • Förderverein Logistics Alliance Germany e.V.
  • GARBE Industrial Real Estate
  • Gebrüder Weiss
  • Goldbeck
  • Hafen Duisburg AG
  • Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA)
  • impact media projects
  • International Road Transport Union
  • Internationale Föderation der Spediteur­organisationen
  • Interroll Gruppe
  • Kögel Trailer
  • Lebensmittel Zeitung
  • LIP Invest
  • Locus Robotics
  • LOGISTIC PEOPLE
  • LOGISTIK-Kurier
  • LTG Landauer Transport- gesellschaft Doll
  • materialfluss
  • PANATTONI
  • pfenning logistics group
  • PSI Logistics
  • RIO - The Logistics Flow
  • Schnellecke Logistics
  • SCHUNCK GROUP
  • Seifert Logistics Group (SLG)
  • SSI Schäfer
  • STILL
  • TGW Logistics Group
  • trans aktuell
  • TRATON (Stifter)
  • Verband der Automobilindustrie
  • Winner Spedition
  • WISAG